bitte habt Verstaendnis dafuer, dass ich in letzter Zeit meine Berichte vernachlaessigen musste. Ich hatte mich fuer die Aufnahmepruefung der Universitaet von Cambridge vorbereitet und bin fuer diese auch nach England gereist. Da ich aber so lange nicht geschrieben habe, hat sich hier natuerlich einiges getan, wovon berichet werden soll:
Wir haben einen Bauernhof besucht, die Kinder wurden geimpft, wir haben Weihnachten gefeiert, es gab eine Verkehrsschulung, Praktikantinnen sind gekommen und gegegangen, fuer die Eltern gab es und Einfuehrungen in Waldorferziehung und Kunsttherapie, wobei Bilder der Kinder gezeigt wurden, und vieles mehr. Aber bevor ich zu dem vielem Aussergewoehnlichen komme, will ich erst einmal einen normalen Arbeitstag zusammenfassen:
Wir haben einen Bauernhof besucht, die Kinder wurden geimpft, wir haben Weihnachten gefeiert, es gab eine Verkehrsschulung, Praktikantinnen sind gekommen und gegegangen, fuer die Eltern gab es und Einfuehrungen in Waldorferziehung und Kunsttherapie, wobei Bilder der Kinder gezeigt wurden, und vieles mehr. Aber bevor ich zu dem vielem Aussergewoehnlichen komme, will ich erst einmal einen normalen Arbeitstag zusammenfassen:
Anfangs dachte ich, ich wuerde mich nie daran gewoehnen, aber inzwischen nehme ich jeden Tag ein koreanisches Fruehstueck zu mir, das aus Reis, Suppe und verwirrend vielen Beilagen besteht und sich in meinen unkundigen Augen nicht von Mittag- und Abendessen unterscheidet. Auf dem Bild unten seht ihr in der Mitte Reis, etwas weiter vorne die Suppe und ansonsten: Beilagen. 
Die ersten Kinder treffen gegen 9 Uhr ein. Bis dahin gibt es zur Zeit nicht mehr zu tun, als Gerstentee zu kochen, da bei den derzeitigen Temperaturen zwischen -5 und -10 Grad ein heisses Getraenk dringend Not tut.
Die Kinder begruesen die Lehrer natuerlich auf Koreanisch mit einer kleinen Verbeugung und mich mit einen "good morning, Hans-Seonsaengnim" und einem kleinen Wink.
Seonsaengnim, auf Koreanisch 선셍님, bedeutet schlichtweg Lehrer. In Korea sind solche Titel ein essentieller Bestandteil des Namens, der auf gar keinen Fall weggelassen werden darf. Jemanden nur mit seinem Namen, oder schlimmer noch mit seinem Vornamen anzureden, waere eine grobe Unverschaemtheit. So ergab es sich auch, dass viele meiner Kolleginnen weder den Namen unserer Koechin, unseres Hausmeister noch den unserer Leiterin kannten, da man einander einfach mit dem Titel ansprach, wodurch selbst die Frage nach dem Vornamen ueberfluessig wurde. Dies ist nur ein Aspekt der meines Erachtens nach sehr hierarchischen koreanischen Gesellschaft, aber eine ausfuehrlichere Einfuehrung in diese uebersteigt den hier geboten Platz und meine Kenntnisse.
Nach ihrer Ankunft also raeumen die Kinder ihren kleinen Ranzen weg, der ihr Essgeschirr und einen kleinen Kalender enthaelt. Bis um 10 Uhr spielen die Kinder fre:, in der kleinen Spielkueche, mit den Baukloetzen, malen, weben oder stricken. Es ist ueberaus spannend, zu beobachten, wie sich die neuankommenden Kinder verhalten. Mal, kann das ganze Spielgeschehen geaendert oder gar unterbrochen werden, mal zoegert das Kind aber und entscheidet, alleine zu spielen. Meine Aufgabe waehrend dieser Zeit ist es, zu stricken, zu weben, zu naehen also selbst handwerklich taetig zu sein, die Bastelarbeiten fuer den Nachmittag vorzubereiten oder mit den Kindern zu spielen und ihnen so ein bisschen mehr Englisch naeher zu bringen.
Die Kinder begruesen die Lehrer natuerlich auf Koreanisch mit einer kleinen Verbeugung und mich mit einen "good morning, Hans-Seonsaengnim" und einem kleinen Wink.
Seonsaengnim, auf Koreanisch 선셍님, bedeutet schlichtweg Lehrer. In Korea sind solche Titel ein essentieller Bestandteil des Namens, der auf gar keinen Fall weggelassen werden darf. Jemanden nur mit seinem Namen, oder schlimmer noch mit seinem Vornamen anzureden, waere eine grobe Unverschaemtheit. So ergab es sich auch, dass viele meiner Kolleginnen weder den Namen unserer Koechin, unseres Hausmeister noch den unserer Leiterin kannten, da man einander einfach mit dem Titel ansprach, wodurch selbst die Frage nach dem Vornamen ueberfluessig wurde. Dies ist nur ein Aspekt der meines Erachtens nach sehr hierarchischen koreanischen Gesellschaft, aber eine ausfuehrlichere Einfuehrung in diese uebersteigt den hier geboten Platz und meine Kenntnisse.
Nach ihrer Ankunft also raeumen die Kinder ihren kleinen Ranzen weg, der ihr Essgeschirr und einen kleinen Kalender enthaelt. Bis um 10 Uhr spielen die Kinder fre:, in der kleinen Spielkueche, mit den Baukloetzen, malen, weben oder stricken. Es ist ueberaus spannend, zu beobachten, wie sich die neuankommenden Kinder verhalten. Mal, kann das ganze Spielgeschehen geaendert oder gar unterbrochen werden, mal zoegert das Kind aber und entscheidet, alleine zu spielen. Meine Aufgabe waehrend dieser Zeit ist es, zu stricken, zu weben, zu naehen also selbst handwerklich taetig zu sein, die Bastelarbeiten fuer den Nachmittag vorzubereiten oder mit den Kindern zu spielen und ihnen so ein bisschen mehr Englisch naeher zu bringen.
Ich wuerde gerne mit den Kindern das Fuehstueck vorbereiten, aber dies muss noch besprochen werden, da die Eltern und Lehrer noch ein wenig bedenken haben, was den Umgang mit Messern angeht. Ein Kind hat sich vor einiger Zeit an einer Muschel geschnitten, daher moechte man hier solche Dinge vorsichtiger angehen.
An das freie Spiel schliesst sich der Morgenkreis an, der mit einem Gruss und einem Gebet begonnen wird. Anschliessend singen wir Lieder und machen Fingerspiele, die uebrigens ausgezeichnet sind, um den Kindern ein wenig Englisch beizubringen. Schliesslich verkuendet die Erzieherin den Tagesablauf, verteilt ein wenig Oel fuer die Haende und das Fruehstueck beginnt. Nach dem Tischgebet gibt es je nach Wochentag Milch oder Obst und immer etwas Fisch und Mandeln, die zur Zeit in Korea enorm populaer geworden sind.
An das freie Spiel schliesst sich der Morgenkreis an, der mit einem Gruss und einem Gebet begonnen wird. Anschliessend singen wir Lieder und machen Fingerspiele, die uebrigens ausgezeichnet sind, um den Kindern ein wenig Englisch beizubringen. Schliesslich verkuendet die Erzieherin den Tagesablauf, verteilt ein wenig Oel fuer die Haende und das Fruehstueck beginnt. Nach dem Tischgebet gibt es je nach Wochentag Milch oder Obst und immer etwas Fisch und Mandeln, die zur Zeit in Korea enorm populaer geworden sind.
Nach dem Fruehstueck ist es 11 uhr und somit zeit fuer den taeglichen Spaziergang in den Park, von dem ich in meinem ersten Bericht so geschwaermt habe. Meist dauert er ein 3/4 Stunde, mal etwas mehr oder weniger. Waren wir im Herbst nur eine von vielen Kindergartengruppen im Park, sind wir nunmehr die einzigen, die trotz der eisigen Temperaturen nach draussen gehen.
Zurueck im Kindergarten, nachdem die Kinder ihre Haende gewaschen haben, ist es Zeit fuer das Mittagessen, das wie gesagt dem Fruestueck zu gleichen scheint: Reis, Suppe und viele Beilagen. Eine Beilage, die aber nie fehlen darf, ist Kimchi (김지) oder ersatzweise Ggagdugi (깍두기). Kimchi ist sehr scharfer in Salz und Paprika eingelegter Chinakohl, Ggagdugi ist eingelegter Rettich. Die Zubereitungsarten variieren von Region zu Region, wobei manche Regionen fuer ihr ausgezeichnetes Kimchi beruehmt sind. Auf jeden Fall ist es ein koreanisch Nationalgericht und gehoert angeblich zu den fuenf nahrhaftesten Speisen ueberhaupt.
Das Foto zu Beginn des Artikels zeigt uebrigens meine Klasse, die nach dem Mittagessen darauf wartet, die Zaehne zu putzen.
Nach dem Mittagessen beginnt das Nachmittagsprogramm. Feste Bestandteile sind das Putzen des Klassenzimmers am Freitag, die Teezeremonie (다도 - “Tado"), Eurythmie und Englischunterricht, den ich in einem anderen Bericht genauer beschreiben will. Daneben gibt es noch verschiedene handwerkliche Taetigkeiten, einmal im Monat kochen wir gemeinsam, einmal im Monat gibt es eine Geburtstagsfeier. Ihr seht also, ich kann es mir nicht leisten, so selten zu schreiben, da ich kaum den vielen Taetigkeiten hinteherkomme, die hier stattfinden.
Und auch der koreanische Alltag blieb bis jetzt unerwaehnt. Dieser ist natuerlich unvermeidlich, auch wenn ich nach einem Arbeitstag meist zu erschoepft bin, um irgendetwas zu unternehmen, und die Wochenenden meist bei Verwandten verbringe.
Das Foto zu Beginn des Artikels zeigt uebrigens meine Klasse, die nach dem Mittagessen darauf wartet, die Zaehne zu putzen.
Und auch der koreanische Alltag blieb bis jetzt unerwaehnt. Dieser ist natuerlich unvermeidlich, auch wenn ich nach einem Arbeitstag meist zu erschoepft bin, um irgendetwas zu unternehmen, und die Wochenenden meist bei Verwandten verbringe.